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Es lächelt der Eimer …

… er ladet zum Bade.

Fotos: © anglogermantranslations

Hier sind die Fische vom Eimer in voller Schönheit zu bewundern:

Zitronenfisch –  AnemonenfischDoktorfisch

Wer sollte denn in diesem Prachtstück baden wollen? Na, der Hund natürlich. Nicht der bekannte bunte – obwohl das für den ein passendes Ambiente wäre -, sondern der aus dem Cartoon, über den ich mich monatelang vor Lachen ausschütten wollte. Warum, weiß ich selbst nicht, aber bei der bloßen Erwähnung der magischen Worte „Hund im Putzeimer“ wurde ich von Lachkrämpfen geschüttelt. Es war ein sarkastisches und selbstironisches Lachen, doch den Auslöser, das Tat Lachmotiv, habe ich bis heute nicht gefunden. Den Witz habe ich damals in der taz gelesen, jetzt kann man ihn offenbar in einem Sammelband des Diogenes Verlags finden. Hoffentlich verstoße ich nicht gegen das Urheberrecht, wenn ich die Bildunterschrift zitiere? Falls doch, lösche ich sie sofort und ersetze sie durch eine Paraphrase – aber dann geht die Pointe (was immer sie sein mag) natürlich flöten. Ein Witz, den man erklären muss, ist ja bekanntlich keiner mehr.

F. K. Waechters Cartoon zeigt eine Frau beim Saubermachen und einen Mann, der von der Arbeit kommt. Zwischen ihnen steht ein Putzeimer, in dem ein Hund sitzt. Der Mann sagt: „Wenn ich heimkomme, ist immer, immer der Hund im Putzwasser. Mich nervt das!“

Und wie gesagt, verstehe ich meine Reaktion ja selbst nicht. Ob ich die Einzige war, die das sau waukomisch fand und darauf mit lang anhaltenden Lachsalven reagierte? Eigentlich reizen mich Witze so gut wie nie zum Lachen, ausgenommen Wortspiele.

Nachtrag vom 15. September 2015

Waechter-Ausstellung in Kassel

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Dumm flickt gut?

You can still do a lot with a small brain

Photo/Foto:

Courtesy of/mit freundlicher Genehmigung von Bodie and Fou

Die lockenden bösen Buben und die zu stopfenden Socken spukten mir noch im Kopf herum, als ich in einem Blog ein Kissen mit einem merkwürdigen Motiv samt einem noch seltsameren Spruch entdeckte. Wie sich herausstellte, war es das Motto einer Ausstellung des Papierkünstlers Rob Ryan. So sehr mir die nadelbewehrten Vögelchen gefallen, die Aussage empfand ich spontan als Frechheit. Wieso sollte Geschicklichkeit ein Zeichen für mangelnde Intelligenz sein? Mir fällt dazu der Titel einer Filmbesprechung in der taz ein – lang, lang, laaaaang ist’s her. Es ging um Salz auf unserer Haut, die Verfilmung des Romans Les vaisseaux du cœur von Benoîte Groult [Deutsch von Irène Kuhn]. Der Titel besagter Rezension enthielt allerdings einen Buchstaben weniger als die Überschrift dieses Blogartikels.

Man kann es natürlich auch von hinten aufzäumen und einfach sagen, dass man dafür kein Einstein sein muss – denn wer hält sich schon für so klug? Auf Englisch sagt man gern auch It’s no rocket science, man braucht dafür nicht studiert zu haben. (Und rocket science schon gar nicht.) Aber warum überhaupt Geistesgaben mit Fingerfertigkeit vergleichen? Diese Fähigkeiten schließen einander ja nicht unbedingt aus. Neugierig machte ich mich auf die Suche nach dem Künstler. Und siehe da, auch englische Muttersprachler empfanden den Spruch als Affront. Rob Ryan beteuert jedoch, so habe er das gar nicht gemeint:

So what is artist Rob Ryan trying to say with the provocative title of his latest exhibition, You Can Still Do a Lot with a Small Brain? Should we be interpreting it as an insult? “Oh, gosh, no! It’s a complete compliment. It’s not meant to be insulting in any way.” So what exactly is the acclaimed “paper cutter” trying to say? “There’s no massively deep philosophical angle to my work. I just want to make you smile.”

Quelle: The Leeds Guide, Autor: Paul Smith

Hm. Wie leicht man doch etwas missversteht! Also eher nicht Dumm flickt gut oder Dumm stickt gut o.  Ä., sondern vielleicht die Ermunterung, dass in (fast?) jedem ein besonderes Talent schlummern kann.

Auch ein Weihnachtskartentext dieses Papierkünstlers befremdet zunächst:

Have a nice Christmas, but only if you want to! (no pressure Xmas card)

Die Geschichte dahinter: Seine eigene Mutter starb an einem Weihnachtstag.  Ach so …

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