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Secondo piatto, prestissimo

Heute wurden mir Zucchini nachgeworfen – ich konnte mich zum Glück gerade noch ducken. It was an offer I couldn’t refuse, zumal ich gerade auf der Suche nach einer schmackhaften Grünanlage war, nein Unsinn, nach einer schmückenden grünen Beilage für mein Alaska-Seelachsfilet, selbst gefangen in den Weiten meines Gefrierschranks. Während ich den aufgetauten, gesäuerten, koriandergewürzten und in Vollkornmehl gewendeten Fisch sanft in wenig Olivenöl und mageren Schinkenwürfeln briet, erhitzte ich in einer zweiten beschichteten Pfanne ebenfalls ein wenig Olivenöl, gab winzige Zwiebelwürfelchen hinein und ließ einen in hauchdünne Scheibchen gehobelten mittelgroßen Zucchino folgen – nicht in Salamitaktik scheibchenweise, sondern in einem Rutsch. Binnen [sprich innert] weniger Minuten waren Fisch und Courgette (variatio delectat) servierfertig, letztere wurde noch mit Kräutern der Provence und Kräutersalz abgeschmeckt. Zeit für ein Foto blieb nicht mehr,  aber wie Tiefkühlfische und Zucchini im Original aussehen, weiß doch inzwischen jedes Kind? Ich begegnete dem Zucchino zum ersten Mal im Tessin (ist schon eine ganze Weile her), allerdings unter dem Namen Zucchetto. Damals fand ich ihn völlig ungenießbar. In deutschen Küchen landete er erst viel später – als Courgette, wie er in England auch heute noch heißt. Auch Peperoni (bell peppers) wurden im Tessin damals häufiger aufgetischt, die hierzulande geraume Zeit danach als Paprikaschoten populär wurden. Was wir heute Peperoni oder auch Pfefferonen usw. nennen, sind bekanntlich eigentlich Peperoncini. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht. Sprache(n) wurde(n) erfunden, um die Leute zu verwirren. Sehr verwirrt sind auch diese Kinder hier. Kaum zu glauben … Dazu passt jetzt natürlich sehr schön dieses Cover,

Autor: Colin Spencer Quelle: Amazon

selbst wenn das Rezept gerade ad hoc erfunden wurde und nicht diesem Buch entnommen ist. Hat nicht jemand Lust, dieses wunderschön bebilderte Buch neu aufzulegen? Die Rechte sind an mich zurückgefallen, da der Dumont Verlag die Reihe nicht weiterführt.

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Una serenata per la farinata

Das war für mich die Entdeckung des Monats: Kichererbsen brauche ich nicht mindestens 12 Stunden lang einzuweichen, ich kann das Mehl ja fix und fertig kaufen. Wo? Im Bio- oder Asialaden zum Beispiel, im letzteren auch unter der Bezeichnung gram flour. Zweitens eignet es sich in manchen Speisen sogar als Ei-Ersatz. Das ist doch gut zu wissen. Inzwischen habe ich – jeweils leicht abgewandelt – das Kichererbsenfladenrezept von La mia cucina schon zwei Mal nachgebacken, einmal schnell und einmal mit 12- stündiger Quell- und Ruhezeit. Mein Fazit: Diese Verzögerung kann man sich schenken.

Das erste Mal habe ich alle Zutaten sofort miteinander vermischt, allerdings nur 500 ml (statt 700 ml) Wasser und nur 40 ml Öl verwendet. Den Teig brauchte ich nicht mehrmals umzurühren, da ich ihn sofort in einer beschichteten runden Pizzaform in mehreren pfannkuchendünnen Fladen verbacken habe.

Beim zweiten Mal habe ich mich strenger an das Rezept von La mia cucina gehalten, zusätzlich noch eine halbe fein geschnittene Knoblauchzehe und tiefgekühlte Petersilie (oder Peterli, wie die Schweizer sagen) hinzugefügt und die Wassermenge auf 700 ml wie im Ursprungsrezept erhöht. Allerdings habe ich den Teig nicht mehrmals umgerührt, sondern nur ein Mal nach der 12-stündigen Ruhezeit. Das Ergebnis unterschied sich nicht von dem des ersten Versuchs. Ich weiß jetzt, dass sich das Grundrezept, ohne Kräuter und Gewürze, sowohl für pikante als auch für süße Füllungen eignen würde und sich daraus crêpe-, eierkuchen- oder wrapähnliche Fladen herstellen lassen – mit beliebiger Goldbrauntönung bzw. unterschiedlichem Knusprigkeitsgrad.

Ja, wenn einer so einen Eierkuchen Kicherkuchen bäckt,

Dann jeht alles wie jenudelt, wie jeleckt …

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Mafaldine an Apfelsine

Oder

Food, Glorious Food

Foto: blutige Anfängerin (There’s room for improvement. :-))

Ich bitte um Nachsicht – mein nächstes Foto wird bestimmt schon besser – versprochen! Da ich erst seit kurzer Zeit blogge, sehe ich gern über den eigenen Tellerrand hinaus, um mir Anregungen zu holen. Besonders Food-Blogs haben es mir angetan. Nicht dass ich jemals ein Rezept exakt nachkochen möchte – ich orientiere mich lieber an vorhandenen Vorräten und aktuellen Angeboten. Momentan experimentiere ich öfter mal mit der gekräuselten Bandnudel, die den Namen einer unglücklichen Prinzessin trägt. Ich bewundere ja Köchinnen, die ihre dampfenden, duftenden Köstlichkeiten erst noch für die Nachwelt fotografieren, bevor sie zuschlagen. Das werde ich wohl nie schaffen. Aber jetzt zum Rezept – nur eine Portion für die schnelle Mahlzeit zwischendurch, von der man nicht gleich arbeitsunfähig wird. Den selig lächelnden satten Säugling heben wir uns lieber für die vorgerückte Abendstunde auf.

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Zutaten

Wasser

Saft mehrerer Orangen, frisch ausgepresst

Eine Handvoll Mafaldine (ggf. auch zwei Hände voll)

1 EL Olivenöl

Eine kleine Zwiebel, sehr fein gewürfelt

Ein kleiner Klacks Hafersahne (nur 10 % Fett)

Einige frische Blättchen Zitronenmelisse

Zubereitung

1. In einem mittelgroßen Topf mit Wasser verdünnten Orangensaft zum Kochen bringen.

2. Mafaldine hineinwerfen, ab und zu umrühren.

3. Olivenöl mit sehr fein gewürfelter Zwiebel in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Saft einer halben Orange (oder mehr) zugeben und reduzieren lassen. Beiseite stellen.

4. Die Pasta nach ca. 15 Minuten Kochzeit von der Platte nehmen und abgießen.

5. Die Pfanne mit dem Zwiebel-Apfelsinen-Fond auf die heiße Platte schieben und einen walnussgroßen Klacks Hafersahne unterrühren.

5. Mafaldine in der Pfanne schwenken, bis sie gleichmäßig mit der Sauce überzogen sind. „Sauce“ trifft es eigentlich nicht so ganz, der Titel „Mafaldine an Apfelsine“ ist irreführend. Genauer wäre wohl „Mafaldine in Orangen-Zwiebel-Glasur“. Die Hafersahne kann man übrigens auch weglassen und den Fond stattdesssen mit etwas Nudelsud verlängern.

6. Mit den Zitronenmelisseblättchen garnieren und nach Belieben mit Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.

Und warum keine abgeriebene Apfelsinenschale? Na, weil ich die nicht sonderlich schätze …


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