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Wenn die Elizabeth …

nicht so schöne Tore hätt …

(oder besser heth …)

Dann wäre mir bei diesem Spaziergang im Hyde Park nicht meine Brieffreundin Linda R. aus Derby plötzlich wieder in den Sinn gekommen. Schrieb sie mir doch damals nach ihrem Gegenbesuch in Deutschland ins Poesiealbum:
 
Please click to enlarge photos.
Poesiealbum

 

 

 

 

 

 

 
 
Wo Linda geblieben ist, weiß ich nicht, aber über Alice in Wonderland und Through the Looking-Glass stolpere ich ständig, besonders in immer neuen Illustrationen, wobei mir John Tenniels nach wie vor am besten gefallen.
Alice in Through the Looking Glass

John Tenniel: Alice gives the lion and the unicorn plum-cake.

 Quelle: wikimedia.org
 
Irgendwann habe ich für eine Seminararbeit auch mal vier verschiedene deutsche Alice-Übersetzungen miteinander verglichen. Inzwischen gibt es noch viel mehr.  Mit dem Lied vom Wettkampf zwischen dem Einhorn und dem Löwen hatte offenbar kein Übersetzer Probleme gehabt, denn ausnahmsweise war es wortspielfrei.
 
Umrahmt von Pfau und Tauben und anderen Vögeln, symbolisch für die Länder des Commonwealth, zieren diese allgegenwärtigen königlichen Wappentiere seit 1993 auch das schmiedeeiserne Kunstwerk von Giuseppe Lund.  Anlass für die Errichtung war der 90. Geburtstag der Königinmutter, Queen Elizabeth weihte es drei Jahre später (1993) ein. Hoffentlich bekomme ich zu meinem Ehrentag auch so ein schönes Geschenk, wenn ich schon keinen Butler habe, der mit mir anstoßen mag.
 

 Photos: (c) anglogermantranslations. All rights reserved.
Auf Werbung, die an dieser Stelle eventuell erscheint, habe ich keinerlei Einfluss. Ich erziele aus diesem privaten Blog keine Einnahmen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rapunzel, Rapunzel …

… lass dein Haar herunter!

Oder

Rapunzel, Rauke und rughetta


Foto: anglogermantranslations

Dieses Bild eines unbekannten Malers – jedenfalls kann ich seinen Namen nicht eindeutig entziffern – hängt jetzt über meinem Schreibtisch. Es gehörte einmal meiner Tante und meinem Onkel, bei denen ich als Kind oft zu Besuch war. Dann las mir der Onkel jeden Abend ein Märchen vor, und meine Augen gingen dabei auf dem Bild spazieren. Für mich gehört es seitdem zu Grimms Märchen wie John Tenniels Illustration zur Originalausgabe von Lewis Carrolls Alice in Wonderland. Zwar kam nicht in jedem Märchen ein Fischer vor, der seine Netze flickt, doch man brauchte ja nur aus der Hütte herauszutreten, um das ganze Märcheninventar – samt Personal – vorzufinden: den Brunnen, in den der böse Wolf – dank Wackersteinfüllung – stürzt, die Haulemännchen, ein Hutzelweiblein, ein kantapper, kantapper in den Wald rollender dicker,  fetter Pfannekuchen … Lauter rätselhafte Wörter, deren Bedeutung ich mir in meiner Fantasie lustvoll ausmalte. Besonders verlockend klang mir „Rapunzel“ im Ohr. Nein, ich brachte sie gar nicht mit dem Feldsalat zusammen, den es oft zu Mittag gab. Wenn sie ein so heftiges Verlangen weckte, dass man ihretwegen stahl und sein ungeborenes Kind verschenkte, musste es eine ganz besondere Bewandtnis damit haben. (Von unstillbaren Schwangerschaftsgelüsten ahnte ich ja nichts. Nur gut, dass man die Kinder nicht danach benennen muss! „Frikadelle, Frikadelle, lass deine Panade fallen!“?) Also war es wohl eine exotische, außerordentlich wohlschmeckende und daher begehrenswerte Frucht? Ähnlich der Ananas (die ich allerdings nicht mochte)?

Die Rauke – inzwischen wieder „in aller Munde“ – lernte ich erst 1995 kennen, als ich ein Buch über längst vergessene Kulturpflanzen übersetzte. Der Autor zog viele dieser Pflanzen in seinem Garten und beschrieb ihre Geschichte „von den Anfängen bis zur Gegenwart“ ;-),  mit eigenen Rezepten. Rocket hieß diese Pflanze also auf Englisch – wie die Rakete. Aber gab es irgendwo in Deutschland Rauke zu kaufen? Nein, dachte ich. Nicht einmal als Wildpflanze wie z. B. Löwenzahn. Ein Grundproblem beim Übersetzen von Rezepten. Man braucht ja auch Bezugsquellen im Land der Zielsprache. Exotisches durch Einheimisches ersetzen geht auch nicht, wenn das Buch reich bebildert ist.  Eine Rauke ist eine Rauke ist eine Rauke. Zur gleichen Zeit beschrieb mir eine Freundin aus Rom rughetta, eine Salatpflanze, die ihres Wissens mittlerweile auch in Deutschland immer beliebter wurde. Dieses Kräutlein entpuppte sich dann als Rauke bzw. rucola – wie sie außerhalb Roms genannt wird. Und da sie über Italien wieder den Weg in deutsche Küchen fand, ist sie unter ihrem italienischen Namen fast noch besser bekannt. Geschmacklich würde ich sie irgendwo zwischen Rapunzel und Löwenzahn einordnen. „Irgendwo“ ist ja ein weites Feld …

Ich plädiere dafür, ein neu zu züchtendes Hybrid-Gemüse nach Rumpelstilzchen zu benennen. Das klingt doch verdächtig nach einer Kreuzung aus Steckrübe, Rübstiel und Radieschen? (Nein, nein, nach Rumpsteak natürlich nicht :-).)

Ein Kommentar

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Hier kommt der Eiermann …

illustriert von Tenniel

Egbert das Ei vor dem Sturz (Humpty Dumpty im englischen Original) Quelle: Wikipedia

Illustration: John Tenniel

Wieder so ein gern und oft in englischen Romanen zitierter nursery rhyme. Bei der Übertragung ins Deutsche sollten die handelnden Personen und die Begleitumstände möglichst erhalten bleiben, denn der Autor will ja beim geneigten Leser gewisse Assoziationen wecken und in seinen Kontext einbetten. Da dürfen wir diesen englischen Pechvogel von einem Eierknaben nicht schnell mal durch das hierzulande im Walde stehende Männlein oder ähnliche Figuren aus unseren Kinderliedern ersetzen. Das wäre ja auch geschummelt ;-). Und die deutsche Version sollte singbar sein, möglichst auf die Melodie des Originals, ja? Ja, bitte. Dann versuch ich’s doch einfach mal:

Auf der Mauer lag Egbert* das Ei,
Stürzte hinunter und bra-hach entzwei.
Kam des Königs Kava-hallerie,
Wollte es flicken, doch schaffte es nie.
--
* Vermutlich ist Bernd das Brot sein Vetter?

Humpty Dumpty sat on a wall,
Humpty Dumpty had a great fall;
All the king's horses and all the king's men
Couldn't put Humpty together again.

Hm. War das jetzt eine Metapher für den Hochmut? Wer weiß ...

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