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Und wohin wandern wir heute?

Werfen wir eine Münze …

Wegweiser Dursey Island Foto: (c) anglogermantranslations

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Laterne, Laterne nebst Sonnenlicht-Seife

Geschichte der Seifenherstellung

2 Parliament Street, Dublin

Shamrock Laterne Ich habe ein Faible für altmodische oder verspielt-verschnörkelte Straßenlaternen. Darum gefällt mir C. S. Lewis‘ originelle Idee auch so sehr:  Jadis, die Weiße Hexe, verpflanzt ganz aus Versehen eine viktorianische Londoner Straßenlaterne nach Narnia, wobei diese tatsächlich zu einer Art Pflanze aus Fleisch und Blut Metall mutiert und ihr „natürliches“ neues Biotop zwischen anderen Bäumen findet. Nachzulesen ist die Geschichte von der Narnia-Laterne mit Migrationshintergrund  im Band The Magician’s Nephew  (davon gibt es offenbar mehrere deutsche Übersetzungen mit unterschiedlichen Titeln, die ich aber ebenso wenig kenne wie die Verfilmung der Narnia Chronicles).  Schon im ersten Band, The Lion, the Witch and the Wardrobe, sorgt dieser invasive eiserne Lichtbaum für Verwunderung.

Auf meiner kurzen Stippvisite in Dublin fielen mir prompt die Shamrock-Lampen im Stadtzentrum auf. Wenn man das kleinere Foto durch Anklicken vergrößert, erkennt man das irische Kleeblatt oben links zwischen Laternenpfahl und Bogen.

Bei meiner hektischen Aus-dem-Bus-Knipserei ging mir dann noch ein architektonischer Beifang ins Netz, der sich im Nachhinein als die Sunlight Chambers entpuppen sollte. (Sunlicht hielt ich als Kind übrigens für eine urdeutsche Marke – so kann man sich täuschen. Wäre dem Produkt hierzulande auch dann so ein Erfolg beschieden gewesen, hätte man den ersten Bestandteil sun ebenfalls übersetzt? Lass die Sonne in dein Haus …)

Das bunte Relief stellt übrigens die Geschichte der Seifenherstellung dar.

Fotos (bei schlechten Sonnenlichtverhältnissen und aus ruckelndem Bus): anglogermantranslations

Hier gibt es bessere Aufnahmen der Reliefdetails.

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Abwarten und Tee trinken

Abwarten und Tee trinken

Foto: © anglogermantranslations

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Die Pflanze an der Küste, von der ich zu gern wüsste …

… wie sie heißt?

Gefunden Ende April an der Galway Bay, irische Atlantikküste bei Newtonlynch, Doorus, in der Nähe des Städtchens Kinvara im County Galway.Unknown PlantNoch (?) unbekannte Pflanze

Foto: anglogermantranslations

Nachtrag/P. S. 25 Aug. 2014

The mystery is solved.

Thanks to Roger Darlington and the wildflower finder the plant was identified as a wild member of the cabbage family, possibly Brassica oleracea.

Source: Wikipedia Wild member of the cabbage family [Brassica oleracea]


Photo: Wikipedia

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Sweet Molly Malone, I’m coming…

Die Würfel sind gefallen. Endlich werde ich Irland näher kennenlernen, einen fast weißen Fleck auf meiner europäischen Landkarte. Fast, weil ich in grauer Vorzeit Tagen mal eine Woche lang von Belfast nach Dublin getrampt bin, aber das zählt schon gar nicht mehr. Londonderry war täglich in den Nachrichten, in London konnte ich wegen zahlreicher IRA-Anschläge nicht mehr nach langer Schiffsreise im Bahnhof Victoria duschen („Closed“), bevor ich weiter nach Schottland reiste, aber die innerirische Grenze zwischen Nord- und der Republik Irland konnten wir damals anstandslos im PKW überqueren.

Was für ein Kontrast zur Ein- und Ausreise nach bzw. aus „Berlin, Hauptstadt der DDR“, als ich mich weiland mit einem Brieffreund aus der Niederlausitz an der Weltzeituhr auf dem Alex verabredet hatte! Mir schlotterten die Knie vor Angst, weil ich verbotenerweise eine LP von den Doors in meinem Rucksack hatte, die sich mein Brieffreund so sehnlichst wünschte. Unsere Briefe wurden ja auch mitgelesen – ich bekam seine immer mit Klebestreifen verschlossen.  Jahrzehnte später sollte ich erfahren, dass sie auch auf westdeutscher Seite geöffnet wurden. Alle wussten also Bescheid: B. wünscht sich eine verbotene LP, und C. bringt sie ihm mit. Aber alles ging gut, und B. war der glücklichste Mensch auf dem Alex, als er die Platte aus dem Geschenkpapier riss. Eine Szene aus Leander Haußmanns Film „Sonnenallee“ erinnerte mich lange nach dem Mauerfall an diesen (welt-)bewegenden Moment. B. hatte bis zuletzt nicht geglaubt, dass es mit unserem Treffen klappen würde. Ich ja eigentlich auch nicht, denn es war mein erster Versuch, nach Berlin einzureisen und ein paar Stunden im Ostsektor zu verbringen. Arglos versuchten wir – mein schottischer Freund und ich – per Anhalter zwar nicht gleich durch die Galaxie, aber doch wenigstens von Hamburg nach Westberlin zu kommen. Ein Autofahrer wollte uns mitnehmen, klärte uns dann aber auf, dass Bewohner der alliierten Staaten nur über Helmstedt in die DDR einreisen durften. Also zurück, marsch, marsch. Die nächste Hürde waren die „Visagebühren“ auf einem Parkplatz an der Transitstrecke. Ich hatte schon einige Geschichten gehört, dass man dort neue Passbilder machen lassen sollte, wenn das Foto eine andere Haar- oder Barttracht als die augenblickliche des Passinhabers zeigte. Wohl deshalb las ich dieses Wort prompt als „Visage-Bühren“.  Zum Glück erkannte man uns auf unseren Konterfeis aber mühelos wieder. Doch ich schweife ab.

Die Grenzüberschreitung in Irland war dagegen gar nicht erwähnenswert. Trotz der täglichen Schüsse und der Berichte vom Teeren und Federn.

In Dublin besuchten wir dann eine große musikalische Veranstaltung. Eigentlich war das Thema Irish Folk, aber es wurden doch unangenehme nationalistische Töne angeschlagen, dass ich mich mitten im Kalten Krieg wähnte. Ein anderer Schauplatz und andere Hintergründe, aber die Parallele lag klar auf der Hand. Mir war sehr beklommen zumute, auch wenn die musikalischen Darbietungen größtenteils sehr schön waren. Nur leider nicht durchweg für mein Gefühl. Das Lied von dem sterbenden Soldaten, der sich als letzten Wunsch ausbedingt, man möge ihn doch noch einmal auf den Berg tragen, von dem er den Ort sehen könne, wo einst die Schlacht gewonnen ward (ja, das muss hier unbedingt „ward“ heißen, so feierlich ist das!), da setzte es doch fast bei mir aus. Mühsam beherrschte ich mich. Anschließend erklangen aber wieder nationalistische Töne, an die ich mich schon fast gewöhnt hatte, und dann … kündigte der Moderator an, dass die lieben Kinder jetzt die Internationale vortragen würden. Ich wunderte mich. Die Internationale im katholischen Irland? Wie passte das denn bloß zusammen? Mit Feuereifer legten die Kleinen los. Nie wieder habe ich Menschen so schief singen hören. Und so hingebungsvoll. Natürlich bekam ich einen Lachkrampf (ist doch auch ein erkämpfenswertes Menschenrecht, oder?), den ich gewaltsam zu unterdrücken suchte. Man drehte sich empört zu mir um, und ich befürchtete schon, gelyncht zu werden. Man stelle sich vor, bei einer feierlichen politischen Veranstaltung in der DDR hätten die Pioniere „Ave, Maria!“ gesungen. Nein, das ist unvorstellbar. Oder etwa nicht?

Auf ein Neues, Irland! Sicher hast Du Dich inzwischen sehr verändert. Vielleicht so sehr wie die zwei Deutschländer?

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