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The Translator Relay: Shelley Frisch

The Translator Relay: Shelley Frisch.

Dieser Link führt zu einem Interview mit der Übersetzerin Shelley Frisch auf http://www.wordswithout.borders.org – es ist also völlig ungefährlich, ihn anzuklicken, dafür aber sehr informativ. Darin schildert die Amerikanerin ihren sprachlichen Hintergrund und beruflichen Werdegang und beantwortet Fragen über ihre Arbeitsweise. Interessant auch, was sie zur oft behaupteten Unübersetzerbarkeit äußert. Eine besondere Herausforderung dürfte meiner Einschätzung nach die Arbeit an Richard David Prechts Wer bin ich und wenn ja, wie viele?  gewesen sein. Aber lesen Sie das doch gern auch selbst im englischen Original-Interview.

Ich habe Shelley übrigens dort kennengelernt, wo (fast …) alle Literaturübersetzungsfäden früher oder später zusammenlaufen, im Europäischen Übersetzerkollegium in Straelen an der niederländischen Grenze.

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Wanderer, kommst du aus Stra…

Oder: Eine Bahnfahrt, die ist lustig …

Eigentlich sollte es doch kein Problem sein. Man weiß, „das Gleis der Eisenbahn reicht noch nicht zu uns heran“ (was ich jetzt aus dem Schwalenberger Lied geklaut habe, aber es passt auch auf Straelen – das man anders ausspricht, als man meinen möchte -, nur dass es dorthin schon einmal reichte). Man fürchtet zu Recht, einen Arbeitstag durch die sechsstündige Reise zu verlieren, nimmt sich aber fest vor, in vollen Zügen zu arbeiten – trotz mehrmaliger Umsteigerei. Und dann das! Um halb sechs (17.30) das Kollegium verlassen, den Bus nach Geldern bestiegen, in Geldern den Zug nach Krefeld … Nach 2 Minuten ging gar nichts mehr. Im Haltepunkt Nieukerk (was man anders ausspricht, als man denken sollte) eine Durchsage des Lokführers: „Auf dem nächsten Bahnübergang parkt ein PKW auf den Schienen – niemand weiß wieso und warum. Und wir müssen warten, bis etwas geschieht.“ Nein, wie lustig! Gar nicht lustig fand es der Zugführer, als nach einer halben Stunde eine Dame an seine Tür klopfte und eine schriftliche Bestätigung für den Zwischenfall verlangte. Das habe die Hotline vom Service Point (oder so) ihr aufgetragen. Ob sie im Ernst erwarte, er werde jetzt allen Fahrgästen so einen Schrieb ausstellen, statt auf ein Signal weiterzufahren? Dann wurden wir alle rausgeschmissen, in die Kälte, in die Dunkelheit, auf den nicht vorhandenen Bahnhof*, ins Ungewisse … Der Zug fuhr ohne uns nach Kleve zurück. Und wir standen da, wie bestellt und nicht abgeholt. Nicht abgeholt wurde auch der nicht bestellte abgestellte PKW. Wir sahen ihn in der Ferne vor sich hin blinken. Laut Zugdurchsage sollten die Polizei und der Abschleppdienst längst dort sein. Nach knapp zwei Stunden erloschen die Lichter, und irgendwann kam auch wieder ein Zug – hurra! Aber zu früh gefreut. Mein ICE war längst über alle Berge, und so verfrachtete man mich in Duisburg kulanterweise in einen Nachtzug, der um 4 Uhr morgens im Hamburger HBF eintrudeln soll. Toll, dann schaffe ich mein Pensum für heute ja doch noch – die Batterie in meinem Netbook spielt bisher mit. (Nein, im Nachtzug gibt es keine Steckdosen).

Ach ja – um die Überschrift zu ergänzen:

Wánderer, kómmst du aus Stráelen,
Vergíss den Próviant nicht,
Noch das wä´rmende Wáms!

Hm, eigentlich passt von der Logik hier auch die Vergangenheit. Neuer Versuch?

Wánderer, kámst du aus Stráelen,
Hast uns dú dort stéhen geséhen,
Wíe es die Báhn uns befáhl.**

*     Nieukerk ist nur ein Haltepunkt (Abk.: Hp), wie ich soeben gelernt habe. Ein Bahnhof ist dagegen das, was man immer nur versteht.
**  Schíenenbus óbsequimúr.

Nachtrag: 12 Stunden hat die Fahrt gedauert. Mein absoluter Rekord für diese Strecke.

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Apropos Grimms Märchen in Übersetzung

Karnevalsumzug: Die Bücherwürmer im Euopäischen Übersetzerkollegium, Straelen

Karneval am Niederrhein: Umzugswagen in Straelen. Die Bücherwürmer im EÜK fressen sich durch Grimms Märchen (d. h. sie übertragen sie in viele, viele Sprachen – ihre eigenen. Oft sind es Neuübersetzungen.) Foto: EÜK

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