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Wie wird man eigentlich Lektor?

Eine gute Frage, die sich wohl so mancher stellt. Ich mir nicht, denn ich lektoriere zwar gelegentlich, aber das ergibt sich zufällig, etwa weil ich mir die Übersetzungsarbeit an einem Buch mit anderen teile und wir uns dann gegenseitig lektorieren.  Seit heute kann ich die Frage aber beantworten, denn sie wird in diesem Krimi von Harry Dolan kurz und bündig beantwortet. Für Textproben des amerikanischen Originals und der deutschen Übersetzung von Martin Ruben Becker klicken Sie bitte auf die Links.

Ich lese sehr, sehr selten Übersetzungen aus dem Englischen, weil mir die Lektüre der Originale so viel Spaß macht, aber manchmal ist es ganz nützlich, auf die Arbeit von Kollegen zurückzugreifen. Dann sehe ich, wie sie bestimmte Probleme gelöst haben, die mir auch gerade wieder bevorstehen. Da ich zur Abwechslung mal wieder einen Krimi übersetze, habe ich mir also
 

Böse Dinge geschehen

 
besorgt. Das bereue ich auch nicht, obwohl ich nicht das erhoffte Vokabular aus dem amerikanischen Polizeimilieu darin finde, aber spannend ist es wirklich! Auch die Übersetzung gefällt mir, trotz des ständig auftauchenden blöden *Halfters*. Spricht sich denn eigentlich nie herum, dass ein Halfter was für Pferde ist und das *holster* der Cops auf Deutsch Holster heißt? Grummelgrummelgrummel… 😉

Aber zurück zum Thema. Der Protagonist der Geschichte, nennen wir ihn David Loogan (so nennt er sich zumindest selbst, aber wir trauen ihm nicht so recht), bekommt ganz unverhofft ein Angebot von einem Verleger.

Ich zitiere kurz aus der Übersetzung von Martin Ruben Becker, das englische Original dieser Stelle liegt mir nicht vor:

[…] „Ich brauche einen Lektor.“

Loogan rutschte auf seinem Stuhl hin und her. „Ich glaube nicht, dass ich dafür qualifiziert bin. Ich habe dafür gar keine Ausbildung.“

„Die hat doch niemand“, sagte der Mann. „Die Leute studieren doch gar nicht für so etwas. Niemand hat vor, Lektor zu werden. Das ist etwas, das einem widerfährt, wie Gelbsucht oder ein Sturz in den Brunnen.“

Zitiert nach der dtv-Ausgabe von 2009, S. 14f.

Ach, so ist das? Na, dann wissen wir ja Bescheid.

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