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Ausgerechnet …?

Ausgerechnet was? Bananen natürlich, was sonst. Das war die Lösung des letzten Bildrätsels, bzw. so fängt sie an. Vollständig lautet sie: Der blonde Zopf wurde aus Bananenblattfasern geflochten. Ich selbst hätte das – wie üblich – nicht erraten können, aber zum Glück gab es im Museum der Nutzpflanzen im Loki-Schmidt-Garten in Klein Flottbek ein entsprechendes Hinweisschild.

Auf Youtube gibt es allerlei praktische Hinweise darauf, wie man aus Bananenblättern die Fasern gewinnt und was man daraus fabrizieren kann. Vielleicht hat ja gerade jemand nichts Besseres zu tun? Bei der Suche nach praktischen Verwendungsmöglichkeiten der Fasern stieß ich auch auf das Bild eines Anlasshuts. Das nahm ich zum Anlass, mich über dieses Wort doch sehr zu wundern. Es kommt sofort in meine Wort-des-Tages-Sammlung. Gibt es überhaupt Kopfbedeckungen, die man ohne jeden Anlass spazieren führt?

This photo Des Rätsels Lösung - Bananenblattfasern depicts plaited banana leaf fibres. Who would’ve thunk that? Certainly not I, said the spy, with my little eye.

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Das obskure Objekt der Begierde oder Bananas Lost in Translation

Ich muss doch noch einmal auf die im 19. Jahrhundert bei uns so wenig bekannten Bananen zurückkommen.  Aus Neugier, wie Jules Verne die Früchte denn seinerzeit „so detailliert“ beschrieb, habe ich die Quelle der Bananenstelle im französischen Original herausgesucht und mit je einer zeitgenössischen deutschen und englischen Übersetzung verglichen.  Alle drei Zitate sind der jeweiligen Sprachversion im Projekt Gutenberg entnommen.

Jules Verne im Original: XII

——— OÙ PHILEAS FOGG ET SES COMPAGNONS S’AVENTURENT A TRAVERS LES FORÊTS DE L’INDE ET CE QUI S’ENSUIT

[…] La station d’Allahabad n’était pas à douze milles dans le nord-est. On fit halte sous un bouquet de bananiers, dont les fruits, aussi sains que le pain, « aussi succulents que la crème », disent les voyageurs, furent extrêmement appréciés.

English version

Chapter XII

IN WHICH PHILEAS FOGG AND HIS COMPANIONS VENTURE
ACROSS THE INDIAN FORESTS, AND WHAT ENSUED

[…] Allahabad was now only twelve miles to the north-east. They stopped under a clump of bananas, the fruit of which, as healthy as bread and as succulent as cream, was amply partaken of and appreciated.

[Übersetzer unbekannt]

(Nun ja, so sehr ins Detail geht die Beschreibung ja eigentlich nicht …)

Deutsch:  Zwölftes Capitel.

Phileas Fogg und seine Gefährten machen einen abenteuerlichen Ritt durch indische Waldung.

[…] Die Station Allahabad befand sich nur noch zwölf Meilen nordöstlich. Man machte unter einem Wäldchen von Pisang halt, deren Früchte, so gesund wie Brod, so »saftig wie Crême«, sehr köstlich waren.

(In der deutschen Fassung [Übersetzer unbekannt] taucht die Banane also gar nicht auf. Spurlos verschwunden ist sie allerdings nicht, nur wird sie mit ihrem malaiischen Namen genannt. Vielleicht konnte man sich unter dem Begriff Banane noch gar nichts vorstellen? Meyers Konservations-Lexikon von 1888 beschreibt diese Pflanze unter dem Stichwort Musa und wartet mit einem weiteren Synonym auf: Paradiesfeige. Aaaah! Dann bedeckten Adam und Eva ihre Scham womöglich mit Bananenblättern? Die Genesis muss umgeschrieben werden ;-).)

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Ausgerechnet Bananen

Wir schreiben das Jahr 1856. Karl Marx lebt bereits in London und schließt dort Freundschaft mit einem Jungen, der mit vielen anderen Kindern von einem Fabrikbesitzer skrupellos ausgebeutet wird. So beginnt der Schwarzweißfilm der DEFA aus dem Jahr 1969 (Mohr und die Raben von London. Nach dem

erfolgreichen Roman von Ilse und Vilmos Korn.) DVD-Cover eines Defa-Spielfilms von 1969

Eine Szene verblüfft mich: Zwei arme Jungen stibitzen völlig unbehelligt Bananen von einem Marktstand und verzehren sie auf offener Straße. Ein simpler Anachronismus, da Bananen zu der Zeit in unseren Breiten noch eine Rarität* waren? Oder ist es Ausdruck einer (meist) unstillbaren Sehnsucht nach der Südfrucht? Mir fällt dabei ein anderer DEFA-Film ein (der Titel jetzt allerdings *nicht* 😉 ), der zu DDR-Zeiten verboten war. Darin spielt ein wunderschöner Obstkorb eine Rolle – der musste herausgeschnitten werden, doch die Aufführung blieb trotzdem verboten.  (Nebenbei habe ich gerade gelernt, dass Bananen schwach radioaktiv sind. One lives and learns.)

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* „As late as the Victorian Era, bananas were not widely known in Europe, although they were available.[36] Jules Verne introduces bananas to his readers with detailed descriptions in Around the World in Eighty Days (1872). “ Quelle: Wikipedia

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