Archiv der Kategorie: Kunst

Karlsson vom Dachs Gewährsmann

So sieht er also aus, der Große Geist, den laut Karlsson vom Dach so gar nichts stört … Eine beneidenswerte Lebenseinstellung, Kleingeistern sehr zur Nachahmung empfohlen.

Bronze von Thomas Schütte

Bronze von Thomas Schütte. Vgl. auch: „Es ist der Geist, der sich den Körper baut.“


Foto: (c) anglogermantranslations

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F. K. Waechter oder der Putzwassereimerhund

Kleiner Tipp für diejenigen, die in meinem Beitrag „Es lächelt der Eimer“ vergeblich nach dem Hundecartoon gesucht haben. Im aktuellen stern gibt es eine Fotostrecke zur Waechter-Ausstellung: http://www.stern.de/kultur/humor/f-k–waechter–ausstellung-in-kassel-6446684.html#mg-1_1442312474686 Der Hund ist in der Auswahl zwar auch nicht zu sehen, aber vielleicht doch in der Ausstellung? Die Bücher sind auf jeden Fall noch lieferbar. Also, ab nach Kassel! Und dorten viel Spaß!

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Dosierte Kunst und andere Überraschungen

Die Dosis macht bekanntlich das Gift, doch hier geht es um künstlerisch wertvolle Konservendosen. Aber schön der Reihe nach …

Am Vortag war ich von Penzance aus immer am Meer entlang bis zum Saint Michael’s Mount gewandert. Darauf komme ich an anderer Stelle zurück. Jetzt freute ich mich auf ein ähnlich schönes Erlebnis in entgegengesetzter Richtung, von Penzance nach Mousehole, dem nach Dylan Thomas „prettiest village in England“. Entsprechend hoch schraubte ich meine Erwartungen, denn wer misstraut schon einem Dichterwort? Ich jedenfalls nicht.

Ausgangspunkt war die idyllisch im Wald gelegene Jugendherberge Castle Horneck, deren Name eine lebhafte Debatte unter den Gästen auslöste. Nein, er ging weder auf die Normannen zurück, noch stand er in irgendeiner Beziehung zu einem deutschen Adelsgeschlecht,  dessen Wappen möglicherweise ein Horn in einer Ecke schmückte. Tatsächlich bedeutete der ursprünglich kornische Name Hornocke schlicht Eisenburg. Aber ich schweife ab …

Nach dem Abstecher durch Wald und Feld mit üppiger exotischer sowie hoch ins Kraut schießender vertrauterer Vegetation was (2)Riesenvergissmeinnicht oderwas 4 landete ich wieder am Meer, bis ich den kleinen Hafen des Fischerstädtchens Newlyn und damit das Ende des Strandwanderwegs erreichte. Zeit für eine kleine Stärkung! Da hatte ich aber die Rechnung ohne den Wirt des Duke Street Cafés gemacht, denn der vermeintlich kleine Imbiss von der Lunchtafel, der toasty of the day, entpuppte sich als Riesenportion. Erschrocken bat ich den hünenhaften Inhaber, der sicher schon manche derartige Ungetüme verschlungen hatte, um eine doggy bag. „Nobody leaves here hungry“, erklärte er nicht ohne Stolz, als er mir beim Abschied die Tüte überreichte. Nun fotografiere ich ja eigentlich nie mein Essen, aber Ausnahmen bestätigen die Regel …

 Fotos: (c) anglogermantranslations

Während ich auf den Kaffee wartete, konnte ich in aller Ruhe die Bilder an den Wänden studieren. Es waren käufliche Landschaftsgemälde örtlicher Künstler, darunter auch eine deutschstämmige Malerin, die in den Legenden von dem ganz besonderen Licht an der Küste Cornwalls schwärmten. Die Newlyn School findet also immer wieder neue Nachahmer. Bis zu diesem Tag hatte ich noch nie etwas von ihr gehört,

doch nach einem kurzen Spaziergang am kleinen Hafen entlang wurde ich ausgerechnet in einem Fischladen mit ihr konfrontiert. Eigentlich wollte ich nur typisch kornische Fische fotografieren, doch dann fiel mein Blick auf die Dosen im Regal.

Ich fühlte mich gleich magisch angezogen, habe ich doch eine Schwäche für Genremalerei, besonders für die holländischen Meister. Später fand ich die gleichen Dosen im Museum wieder und erfuhr dort auch alles über die Geschichte der Newlyn School, sozusagen Cornwalls Antwort auf Worpswede. Doch was soll ich von den Blech gewordenen Genrebildern halten?

Art is art

And fish is fish

And never* the twain shall meet.

* Außer in Plymouth natürlich.

Bei Gelegenheit schreibe ich mal etwas über die dort entstandenen Werke und ihre Meister – jetzt will ich endlich nach Mousehole, das Dylan Thomas derart beeindruckte … Eine Hinweistafel der Tourismusbehörde heizte meine Vorfreude erneut an: This is an area of outstanding beauty. Also, dann mal weiter, weiter! Mousehole, prettiest village (I don`t repeat myself, repeat myself), here I come!

Meilen später … die Antiklimax.

Si tacuisses, Dylan … Bestimmt kanntest Du Dich mit walisischen Dörfern besser aus.

Als ich einer Einheimischen gegenüber meine Enttäuschung ausdrückte, versicherte sie mir: „But it looks nice with the Christmas lights!“ So lange konnte ich aber nicht warten. Jetzt hätte ich allerdings Gelegenheit, das zu überprüfen. Aber will ich das? Nein danke. Lieber bleibe ich mit Under Milk Wood, gelesen von Richard Burton, in der warmen Stube.

Falls an dieser Stelle Anzeigen zu sehen sein sollten, habe ich darauf keinen Einfluss. Mit diesem privaten Blog erziele ich keinerlei Einnahmen.

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Red-White Revisited – Plymouth

In Hamburg sehen viele (lies: Autofahrer) zur Zeit nur noch rot, wenn die rot-weißen Absperrungen der Baustellen überall im Stadtgebiet wie Fliegenpilze aus dem Boden schießen. Man kann sich auch gar nicht an sie gewöhnen, denn sie spielen über Nacht Bäumchen wechsel dich oder vermehren sich auf wundersame Weise. Käme ein Engländer zum ersten Mal nach Hamburg, würde er sich vielleicht über die flächendeckende Versorgung der Einwohner mit Frisörläden wundern … Schließlich markieren die roten und weißen Streifen in England eine ganz andere Baustelle …

Warum das Frisörhandwerk in England so augenfällig für sich wirbt, während bei uns die Aushängeschilder für diese Zunft weitgehend verschwunden sind (Gegenbeispiel: die Brezel der Bäcker), konnte ich noch nicht eruieren.

Nun hat man in Plymouth, wo ich Rogers (ehemals Roger’s) Barber Shop ablichtete, auch andere Verwendungen für dieses aparte Streifendekor gefunden, wie die beiden letzten Fotos demonstrieren, der Leuchtturm Smeaton’s Tower auf der Plymouth Hoe und eine der fröhlichen Skulpturen aus dem städtischen Kunstprojekt Fish Art.

Fotos: (c) anglogermantranslations. Alle Rechte vorbehalten.

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„Gold, Weiber und Moehren“

The German title is an allusion to a popular German book by Axel Hacke who collected amusing examples of mondegreens and misheard lyrics. One of these were the gifts of the Magi to the Christ child. Children misheard „gold, frankincense and myrrh“ as gold, loose women, and carrots. The mind boggles…

Der Blog-Titel ist ein Verhör-Zitat von Axel Hacke, dem Chronisten von Wunnebar.  (Letzter Satz des Artikels in der SZ. Weitere Spekulationen über die Art der allerersten Weihnachtsgeschenke –>)

Auf deutschem Boden gibt es immer noch Sprachen, die irrtümlich für Dialekte gehalten werden. Vielleicht liegt es daran, dass man (natürlich nicht jede und jeder, aber viele) sie durchaus verstehen können, ohne sie je erlernt zu haben. Das gilt in erster Linie für Schriftliches, Aussprache und Wortschatz variieren jedoch regional ganz erheblich, darin ähneln sie den Dialekten.

Vor einiger Zeit habe ich ein Rätsel aus dem sogenannten Friesendom in Nieblum auf Föhr (St.-Johannis-Kirche) in die Runde gestellt. Die prächtige Ausstattung dieses protestantischen Gotteshauses überrascht, denn offenbar sind die Bilderstürmer nicht bisher vorgedrungen. Das ist nur eine Vermutung, vielleicht weiß jemand Näheres darüber?

Ganz „unkatholisch“ wirkt dort auch die geschnitzte Kanzel von 1618, deren lateinische Inschriften auf das Nötigste (na ja, das ist Ansichtssache) beschränkt sind, um dann aber – wie von Luther propagiert -, dem Gemeindevolk „aufs Maul zu schauen“. Die Künstler begnügten sich hier nicht mit der Darstellung biblischer Szenen wie dem Sündenfall oder der Anbetung der Weisen aus dem Morgenland, sondern kommentierten sie vorsichtshalber mit den passenden Bibelzitaten in Übersetzung ins damalige regionale Plattdüütsch!

Lässt das etwa Rückschlüsse auf die bereits fortgeschrittene Alphabetisierung Frieslands im 17. Jahrhundert zu? Ich jedenfalls schließe daraus, dass die Kirchgänger in der Mehrheit weder Dänisch noch Föhring als Muttersprache hatten.

 Fotos: (c) anglogermantranslations. Alle Rechte vorbehalten.

 

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Wenn die Elizabeth …

nicht so schöne Tore hätt …

(oder besser heth …)

Dann wäre mir bei diesem Spaziergang im Hyde Park nicht meine Brieffreundin Linda R. aus Derby plötzlich wieder in den Sinn gekommen. Schrieb sie mir doch damals nach ihrem Gegenbesuch in Deutschland ins Poesiealbum:
 
Please click to enlarge photos.
Poesiealbum

 

 

 

 

 

 

 
 
Wo Linda geblieben ist, weiß ich nicht, aber über Alice in Wonderland und Through the Looking-Glass stolpere ich ständig, besonders in immer neuen Illustrationen, wobei mir John Tenniels nach wie vor am besten gefallen.
Alice in Through the Looking Glass

John Tenniel: Alice gives the lion and the unicorn plum-cake.

 Quelle: wikimedia.org
 
Irgendwann habe ich für eine Seminararbeit auch mal vier verschiedene deutsche Alice-Übersetzungen miteinander verglichen. Inzwischen gibt es noch viel mehr.  Mit dem Lied vom Wettkampf zwischen dem Einhorn und dem Löwen hatte offenbar kein Übersetzer Probleme gehabt, denn ausnahmsweise war es wortspielfrei.
 
Umrahmt von Pfau und Tauben und anderen Vögeln, symbolisch für die Länder des Commonwealth, zieren diese allgegenwärtigen königlichen Wappentiere seit 1993 auch das schmiedeeiserne Kunstwerk von Giuseppe Lund.  Anlass für die Errichtung war der 90. Geburtstag der Königinmutter, Queen Elizabeth weihte es drei Jahre später (1993) ein. Hoffentlich bekomme ich zu meinem Ehrentag auch so ein schönes Geschenk, wenn ich schon keinen Butler habe, der mit mir anstoßen mag.
 

 Photos: (c) anglogermantranslations. All rights reserved.
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Una bella figura …

… macht Dr. Balthasar Knaust (Kanzler unter Graf Simon VI. zur Lippe) ,  auf dem Bronzefigurenbrunnen („Kanzlerbrunnen“) des Aachener Bildhauers Bonifatius Stirnberg in Lemgo. Wie man hier nachlesen kann, rühmt sich auch die Stadt Osnabrück ihres illustren Sohns.

„Der Streit um die Tonne“:

 

 

 

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