Archiv der Kategorie: amerikanische Literatur

Verlosung zum Welttag des Buches 2015

Nie wieder werde ich ein Buch mit einem ausgefallenen Format verschicken! Für die beiden großformatigen Kinder- und Jugendsachbücher habe ich weder im Postamt noch im Schreibwarenladen passende Versandtaschen gefunden. Schließlich bin ich mit einer Riesenrolle Packpapier abgezogen, um mir selbst welche zu basteln. Und dann kam die Nerverei mit den komischen vorgeschriebenen Postversendevorschriften. Warum darf wohl eine Länge von 35,3 cm nicht überschritten werden? Passt die Sendung dann nicht in die Posttasche der Zusteller? Und warum sind Küchenwaagen nicht zum Bücherwiegen geeignet? Und warum gibt es für unterschiedliche Abmessungen so krumme Porti, die man garantiert nicht zu Hause vorrätig hat? Grummel. In Zukunft verschenke ich lieber nur noch Taschenbücher. Andere Blogger, die sich an der Verschenk-Aktion beteiligen möchten, finden hier Näheres.

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Wie sagte doch Augustinus so schön? „Tolle, lege!“ (Lateinisch für „Nimm und lies!“) Er meinte allerdings damit das Buch der Bücher, das ich hier nicht im Angebot habe, denn das haben längst schon andere übersetzt. Ich beteilige mich dieses Jahr zum ersten Mal mit sechs Exemplaren, zwei Bilderbüchern des englischen Kinderbuchautors und Illustrators Tony Ross aus der Reihe Kleine Prinzessin, einem Thriller des amerikanischen Erfolgsautors John Rector, einem Kriminal- bzw. Vampirroman des britischen Bestsellerautors Stephen Leather sowie zwei Jugendsachbüchern aus der Reihe insider Wissen bzw. insider Adventures im Oetinger Verlag. Wer mitmachen möchte, schreibe bitte eine Begründung als Kommentar. In meinem Blog endet die Aktion am 30. April 2015 um Mitternacht. Die Gewinnerinnen und Gewinner gebe ich hier bekannt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Spaß!

@pbcat: Bitte entscheide Dich für einen der beiden Titel, sonst kannst Du nicht an der Verlosung teilnehmen.

Es ist inzwischen nach Mitternacht – hat sich also erledigt. Schade.

NACHTRAG vom 1. Mai

Die ausgelosten Gewinnerinnen stehen unter den Titeln. Herzlichen Glückwunsch! Bitte teilt mir mit, an welche Postadressen ich die Bücher schicken soll. Zumindest Eure Mailadressen könntet Ihr mir mitteilen, denn die FB- oder Google-Links hinter Euren Namen führen ins Leere.

Bettina und Henrike konnte ich per E-Mail verständigen.

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Tony Ross: Kleine Prinzessin – Ich will nicht ins Krankenhaus! [Deutsch von Christiane Bergfeld]

M a r t i n a

Tony Ross: Kleine Prinzessin – Lass das Licht an! [Deutsch von Christiane Bergfeld]

U l r i k e   (ulpo12)

John Rector: Längst Vergangen [Originaltitel: Already Gone; Übersetzung: Christiane Bergfeld]

S e l i n a

Stephen Leather: Der Wert des Blutes [Originaltitel: Once Bitten; Übersetzung: Christiane Bergfeld] @baborene Bitte teile mir unbedingt mit, welche nervige Werbung Du in meinem Blog gesehen hast! Ich sehe nämlich keine und muss deshalb wissen, für was geworben wird. Nur dann kann ich dagegen Widerspruch bei WP einlegen. Danke! Das Los ist auf Dich gefallen, aber bevor ich Dir das Buch zuschicke, beantworte bitte meine Frage. Außer Dir scheint ja niemand die Werbung zu sehen.

Robyn Mundy und Nigel Rigby: Fahrt ins Unbekannte. Die größten Entdeckungsreisen [Originaltitel: Epic Adventures – Epic Voyages – Magellan Cook Shackleton Heyerdahl Chichester; Dt. von Christiane Bergfeld]

H e n r i k e

Noel Tait: Insekten und Spinnen [Insiders – Insects & Spiders; Dt. von Christiane Bergfeld]

B e t t i n a

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 Hinweis: Falls an dieser Stelle Werbung von WP zu sehen sein sollte, habe ich darauf keinen Einfluss. Ich bin aber dankbar für Hinweise, wofür hier überhaupt geworben wird, weil sich ein Kommentator genervt fühlt. Kleiner Tipp: Man kann unerwünschte Werbung weitgehend mittels Adblockern und anderen Apps unterbinden.

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Eingeordnet unter amerikanische Literatur, Übersetzung, Bücher, deutsche Übersetzung, englische Literatur

„The Iceman Cometh“

I scream you scream

 

 

 

 

 

 

 
I scream,
You scream
We all scream…
…for ice cream!

Photo: (c) anglogermantranslations

 

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Eingeordnet unter amerikanische Literatur, England, Foto, Photography

Der unsichtbare Zimmerelefant

Seit wir alle  – oder doch eine Vielzahl von Erdbewohnern – zu globalen Dörflern mutiert sind, schwappen besonders aus der Lingua franca Englisch ständig Redensarten ins Deutsche über, die irgendwann als urdeutsch gelten.

Früher empfanden wir ÜbersetzerInnen eine Wendung wie the early bird catches the worm noch als wortwörtlich eingedeutschten Anglizismus (der ja zu vermeiden war).  Als deutsche sinngemäße Entsprechung bot sich dann Morgenstund hat Gold im Mund an. Inzwischen dürfte der englische Wurmfänger in deutschsprachigen Filmen, Büchern und Blogs dem Goldmund den Rang abgeflogen haben. Ist ja auch in Ordnung, Hauptsache, Übersetztes klingt nicht übersetzt.  Dumm nur, wenn in einem deutschen Film (aus lauter Angeberei?) wiederholt neben der deutschen Variante auch immer noch das englische Original falsch zitiert [am Ende des Clips], nämlich das englische worm genauso wie das englische warm ausgesprochen wird. Das wurmt mich dann doch,  aber das ist eine andere Geschichte.

Zweifel kommen auf, wenn wir nicht so ganz sicher sein können, ob bestimmte Floskeln inzwischen den Sprung über den virtuellen Großen Teich oder den Ärmelkanal geschafft haben. Dann hören wir uns im Kollegenkreis um, wie bekannt oder unbekannt sie beim deutschen Lesepublikum sind. Die Suche nach Google-Treffern ist da wenig hilfreich, denn das können maschninell übersetzte und daher nur vermeintliche Belege sein.

Bei solchen internen Umfragen fällt immer wieder auf, dass Kollegen mit Arbeitssprache Englisch eher dazu neigen, fast alle englischen Redewendungen als mittlerweile eingedeutscht zu betrachten. Man hört, liest und übersetzt es eben so oft, dass es nicht mehr fremd in den Ohren klingt. Insgeheim freut man sich natürlich, wenn man nach einer andere Lösung als der wörtlichen Übersetzung suchen darf. Die Gelegenheit bot mir kürzlich the elephant in the room. Das ist eine Metapher für etwas Unangenehmes, das unausgesprochen im Raum steht. Über den Ursprung ist hier mehr zu erfahren – komplett mit dem Foto eines besonders augenfälligen „unsichtbaren“ Elefanten. Sie soll u. a. auch für das Vermeidungsverhalten der Angehörigen von Alkoholikern stehen, die das Problem in ihrer Familie schlicht leugnen.

Man schleicht wie eine Katze um den heißen Brei herum oder tut so, als gebe es den Brei überhaupt nicht. Man redet nicht Tacheles, keinen Klartext. Eine Patentübersetzung für den Elefanten gibt es nicht, man muss etwas Sinnverwandtes an den jeweiligen Kontext anpassen. Im konketen Fall, im Roman Komm wieder zurück von Deborah Reed, bekommt die Protagonistin Besuch von einem Bekannten. Sie reden über dieses und jenes, nur nicht darüber, dass der Bruder der Besuchten wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft sitzt. Schließlich gibt sich der Gast einen Ruck und sagt:  “Let’s not ignore the elephant in the room here…“ 

Weithin sichtbar dagegen ist der furchtsame blaue Elefant aus dem Eppendorfer Schaufenster.

Nachtrag vom 27. Mai

Gerade stolpere ich über den Titel eines deutschen Jugendbuchs von Susan Kreller: Elefanten sieht man nicht. Es geht um Kindesmisshandlung. Vielleicht setzt sich diese Metapher bald auch im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch durch.

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Eingeordnet unter amerikanische Literatur, Übersetzung, deutsche Übersetzung, Redensarten

„Warm buttered biscuits“ sind keine Butterkekse!

Wieso nicht? Das kommt demnächst in diesem Theater. Momentan fehlt mir für Erklärungen die Zeit. Mit Butter bestrichene Kekse könnten es sein, wenn sie denn aus England kämen. Aber es handelt sich um ein uramerikanisches Gebäck. False friends.

Nachtrag
Ich wundere mich. Obwohl ich doch nur ankündige, bei Gelegenheit etwas zu diesem Thema schreiben zu wollen, kommen ungewöhnlich viele BesucherInnen vorbei, die sich offenbar für amerikanische warm buttered biscuits interessieren. Also, wenn jemand etwas dazu im Kommentar schreiben möchte, die Dinger vielleicht sogar aus eigener Erfahrung kennt (anders als ich), dann mal los … Ich bin gespannt. 🙂 Auch was man sich darunter vorstellt, ohne im Netz danach gesucht zu haben, wäre aufschlussreich.

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Der Rabe ändert seine Meinung

Poe’s raven changed its mind.

Vorher

und hinterher …

Sprach der Rabe: „Immer mehr!“
Quoth the raven, ‚Ever more!‘
 
Die Frage lautet: Welche Frage muss man dem Raben stellen, um von ihm diese Antwort zu erhalten? Kleiner Tipp: Das Bild sagt schon alles.
 
Foto: anglogermantranslations. Alle Rechte vorbehalten.

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Eingeordnet unter amerikanische Literatur, Foto, Gedichte

So ein Banause

Einen Fernseher habe und vermisse ich auch nicht, ins Kino gehe ich nur noch selten, Filme sehe ich dennoch gern und oft. Ich leihe sie mir aus den HÖB, den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen, auf DVD aus. Das hat den Vorteil, dass ich sie mir in verschiedenen Sprachen ansehen oder erfahren kann, wie besonders knifflige Stellen von den lieben ÜbersetzerkollegInnen gelöst wurden.

Meine neueste Zufallsentdeckung war die zweite Staffel von Mad Men. Ich bin fasziniert: Der Zeitgeist der Sechzigerjahre mitsamt Kaltem Krieg, gesellschaftlichen Umwälzungen, Rassenkonflikten in den USA, aufkeimende Emanzipationsbestrebungen der Frauen etc. pp.,  ist ja wirklich erstaunlich gut eingefangen, chapeau! Inzwischen habe ich alle Sekundärquellen ausgeschöpft, die das Internet dazu bietet – Interviews mit den Schauspielern, mit dem Drehbuchautor Matt Weiner. Der Mann hat es doch faustdick hinter den Ohren. Ich frage mich, wie viele Zuschauer außer mir er mit folgender Szene provoziert hat: Der Protagonist, Werbefachmann par excellence, bändelt mit einer jungen Dame an, die gerade William Faulkners The Sound and the Fury* liest – eines der bedeutendsten Werke der amerikanischen Literatur. Als literarische Anspielung gefällt mir so etwas natürlich. Aber dann …! Schockschwerenot: Die junge Dame verlässt das Zimmer, Macho Don Draper verabredet sich telefonisch mit einer anderen Frau und fragt nach ihrer Adresse. Die notiert er sich auf eine Seite im Roman, reißt diese heraus und steckt sie ein. Hat man Töne für so ein Sakrileg?

Vielleicht war es ja auch gar nicht als Provokation gedacht, sondern die Rache des Drehbuchautors, weil er über das Buch mal eine Arbeit schreiben musste? Immerhin denkbar. Ich erinnere mich an eine öffentliche Veranstaltung im Rundfunk mit Hans Magnus Enzensberger. Meldet sich doch tatsächlich ein Mann aus dem Publikum und schimpft: „Ihretwegen hatte ich eine 5 in Deutsch, weil ich Ihre Gedichte einfach nicht kapiert habe!“ 😉

* Eine deutsche Übersetzung von Helmut M. Braem – dem Namensgeber für den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis –  erschien unter dem Titel Schall und Wahn.

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Wie wird man eigentlich Lektor?

Eine gute Frage, die sich wohl so mancher stellt. Ich mir nicht, denn ich lektoriere zwar gelegentlich, aber das ergibt sich zufällig, etwa weil ich mir die Übersetzungsarbeit an einem Buch mit anderen teile und wir uns dann gegenseitig lektorieren.  Seit heute kann ich die Frage aber beantworten, denn sie wird in diesem Krimi von Harry Dolan kurz und bündig beantwortet. Für Textproben des amerikanischen Originals und der deutschen Übersetzung von Martin Ruben Becker klicken Sie bitte auf die Links.

Ich lese sehr, sehr selten Übersetzungen aus dem Englischen, weil mir die Lektüre der Originale so viel Spaß macht, aber manchmal ist es ganz nützlich, auf die Arbeit von Kollegen zurückzugreifen. Dann sehe ich, wie sie bestimmte Probleme gelöst haben, die mir auch gerade wieder bevorstehen. Da ich zur Abwechslung mal wieder einen Krimi übersetze, habe ich mir also
 

Böse Dinge geschehen

 
besorgt. Das bereue ich auch nicht, obwohl ich nicht das erhoffte Vokabular aus dem amerikanischen Polizeimilieu darin finde, aber spannend ist es wirklich! Auch die Übersetzung gefällt mir, trotz des ständig auftauchenden blöden *Halfters*. Spricht sich denn eigentlich nie herum, dass ein Halfter was für Pferde ist und das *holster* der Cops auf Deutsch Holster heißt? Grummelgrummelgrummel… 😉

Aber zurück zum Thema. Der Protagonist der Geschichte, nennen wir ihn David Loogan (so nennt er sich zumindest selbst, aber wir trauen ihm nicht so recht), bekommt ganz unverhofft ein Angebot von einem Verleger.

Ich zitiere kurz aus der Übersetzung von Martin Ruben Becker, das englische Original dieser Stelle liegt mir nicht vor:

[…] „Ich brauche einen Lektor.“

Loogan rutschte auf seinem Stuhl hin und her. „Ich glaube nicht, dass ich dafür qualifiziert bin. Ich habe dafür gar keine Ausbildung.“

„Die hat doch niemand“, sagte der Mann. „Die Leute studieren doch gar nicht für so etwas. Niemand hat vor, Lektor zu werden. Das ist etwas, das einem widerfährt, wie Gelbsucht oder ein Sturz in den Brunnen.“

Zitiert nach der dtv-Ausgabe von 2009, S. 14f.

Ach, so ist das? Na, dann wissen wir ja Bescheid.

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