Der Grünschutz

Einige Sicherheitsdienste sind unlängst in Verruf geraten, weil sie, euphemistisch formuliert, von gewissen Situationen überfordert waren.

Nun habe ich selbst mal einen aus dieser Zunft weit unterfordert.

Wozu ein neu eröffneter Supermarkt einen Wachmann am Eingang postiert, ist mir zwar nicht klar, aber vielleicht sollten Möchtegernkassenräuber erst gar nicht auf dumme Gedanken kommen. Ich betrat diesen Laden zum ersten Mal, bewaffnet mit zwei dicken Sträußen glatter Petersilie vom türkischen Gemüsestand in derselben Straße. Zu meiner Verwunderung entdeckte ich aber auch hier drinnen Schnittkräuter neben allerlei Töpfen, also lief ich schnurstracks zum Eingang zurück und versicherte dem Uniformierten, das Grünzeug bereits mitgebracht zu haben. Da ich keinen Bon vorweisen konnte, versprach mir der gute Mann, es für mich zu bewachen und auch nicht davon zu naschen, während ich wieder durch die Sperre flutschte und einkaufte. Aus der Kassenschlange heraus konnte ich den Petersilienwächter beobachten, wie er ganz entspannt auf seinem Stuhl saß und friedlich mit meinen Sträußchen spielte. Und wenn ich nicht gekommen wäre und ihn von dieser Pflicht entbunden hätte, dann säße er dort noch immer …?

2 Kommentare

Eingeordnet unter Ditt un dat

2 Antworten zu “Der Grünschutz

  1. Das Foto dazu entsteht gleich im Kopf: der Security-Muskelmann in dunkler Uniform, die Petersilie in den fleischigen Händen, als wolle er sie sich ans Revers heften …
    (Und in der Zeit hättest Du den Laden ausräumen können.)

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