Neues aus dem Schilderwald

Signs can be open to interpretation when not properly explained. 🙂

Das erste Mal entdeckte ich das grün-weiße Quadrat im Botanischen Garten am Wegesrand unter hohen Bäumen. Was mochte das zu bedeuten haben?

Che significa

Hatte ein Naturfreunde-Quartett-Verlag hier etwa einen Baum gespendet? Oder sollten die aggressiven Pfeile darauf hinweisen, dass zur Zeit noch vier LandschaftsgärtnerInnenstellen unbesetzt waren, eine dringend zu schließende Lücke? War dies ein Sammelplatz für gebrauchte Pullover und Fußbälle? Spielte die Zahl Vier hier eine besondere Rolle? Um Leben und Tod schien es jedenfalls nicht zu gehen, denn ein Warnschild hätte zumindest dramatischer gestaltet sein oder die Farbe Rot enthalten müssen. Kurz darauf fand ich das gleiche Schild an anderer Stelle in der Stadt, wieder erschloss sich mir die Bedeutung nicht aus dem Biotop. Nachdem ich schließlich die Nummer 3 gesichtet hatte, zettelte ich eine Facebook-Diskussion an. Nach wilden Spekulationen, was uns die Grafiker damit wohl sagen wollten, fand jemand einen Wikipedia-Eintrag. Das Kind hat also einen Namen (Sammelplatz) – wie schön und gut zu wissen! Wer immer diesen Wiki-Eintrag verfasst hat, benennt auch gleich das Problem: Was nützt das schönste Informationsschild, wenn niemand es kennt und keine Legende Aufschluss gibt? Piktogramme sind an sich keine schlechte Idee, aber selbsterklärend sind sie deshalb noch lange nicht.

Da lobe ich mir doch ein gelungenes Beispiel vom Elbstrand in Blankenese. Hier wird die Interpretation der Warnhinweise nicht dem Zufall hinterlassen.

Warnschild Blankenese

Einheit von Bild und Wort, da kann doch gar nichts mehr schiefgehen … Es sei denn, die Elbe tritt über ihre Ufer und reißt das Schild einfach mit. Hoffen wir, dass in diesem Fall der von einer weinenden Haifischflosse verfolgte Schiffbrüchige noch rechtzeitig die Elbchaussee, nein, besser noch den Gipfel des Süllbergs erreichen konnte. Gleich hinter dem Rapsfeld dürfte er schon wieder festen Boden unter den Füßen gehabt haben. (Tempuswechsel beabsichtigt.)

Und was ist mit dem Hund? Wie kann der sich vor dem unerlaubt entfachten Feuer retten, solange er angeleint ist? Schließen sich Feuer- und gleichzeitige Wassergefahr nicht ohnehin aus? Wo sind die Kinder geblieben? Fragen über Fragen …

Und überall lauert der Tod.

Fotos: (c) anglogermantranslations. Alle Rechte vorbehalten.

10 Kommentare

Eingeordnet unter Hamburg, photos

10 Antworten zu “Neues aus dem Schilderwald

  1. Die Diskussion ga’s kürzlich hier auch schon mal; da ist das Schild allerdings noch kryptischer. Irgendwas mit Kopfball.
    Die traurige Flosse hingegen ist doch sehr phantasiebefördernd!

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  2. Da ich immer wieder genötigt werde, Brandschutz- und Arbeitssicherheitsbelehrungen zu machen, gehört der Hinweis auf den Sammelplatz und damit die grüne Beschilderung dazu.

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  3. Der kleine Anglo ist am Sammelplatz abzuholen (*lach*)

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  4. Ich frage mich, ob’s beim ersten Bild nicht doch um Leben und Tod geht, wenn ich das richtig sehe, gibt es da einen Kopf ohne Körper, das sieht doch eindeutig nach einem Mord aus! Oder sollen sich am Sammelplatz auch Kopflose und Körperlose treffen? Eine Art Integrationsmaßnahme vielleicht?

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  5. Pit

    „Schilderwald“ oder „Schildawald“? 😉

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