Working in Oxford Street / Die Oxford Street als Arbeitsplatz

Mit Charme und Melone und buntem Hutband

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Walking ambassador of Regency: Rudkije

Walking ambassador of Regency: Rudkije

 

 

 

 

Das ist Rudkije vom Oxford Circus, Ecke Regent Street. Sie kommt ursprünglich aus dem Kosovo und ist in Österreich aufgewachsen, darum spricht sie auch ein makelloses und akzentfreies Deutsch. Das ist natürlich sehr erfreulich für deutschsprachige Touristen, die sie nach dem Weg oder touristisch Relevantes fragen wollen. Daneben beherrscht sie vier weitere Sprachen wie man an ihrem Revers ablesen kann. Das R steht für Regency. Insgesamt habe ich in den zwei Tagen auf der Oxford Street vier solcher wandelnden Botschafter (walking ambassadors) entdeckt. Sie trugen verschiedenfarbige Hutbänder, ein Hinweis auf den Stadtteil, den sie „vertraten“. Rudkije war gern bereit, sich fotografieren zu lassen und erlaubte mir, das Bild in mein Blog zu stellen. Das brachte mich auf die Idee, mich nach anderen „Gewerbetreibenden“ auf dieser schier endlosen Einkaufsmeile umzuschauen. Ja, ich weiß, das nennt man Shopping auf Neudeutsch, aber das Wort finde ich schrecklich, besonders auch, wenn ich immer wieder lesen muss: Shop till you drop! An Zynismus ist das wohl kaum zu überbieten. Ich wollte aber weder einkaufen noch shoppen (grrrr!), sondern einfach noch einmal auf den Spuren der Vergangenheit wandeln. Bei schönem Wetter wanderte ich oft nach der Arbeit die ganze Oxford Street hinunter bis zum Holland Park, wo ich damals in einem bedsitter wohnte. Meine Vermieterin war sehr streng. Sie erlaubte mir nur jeweils eine „Besuchsperson“ (m/w) am Tag, Übernachtungen waren verboten. Das brachte mich in Schwierigkeiten, denn ich hatte nicht geahnt, wie beliebt ich war, bis ich nach London zog. Plötzlich wollten mich alle besuchen. Ich schaffte es, Übernachtungsgäste in mein Zimmer zu schmuggeln, aber morgens stand die Vermieterin in der Tür ihrer Parterrewohnung und beobachtete alle Bewohner beim Verlassen des Hauses. Irgendwie flutschten wir dann doch immer an ihr vorbei …

Als nächster Berufstätiger fiel mir ein junger Bobby auf, der einem Bettler das Pappschild abgenommen hatte und offensichtlich auf Verstärkung wartete. Am liebsten hätte ich ihn auch fotografiert und gefragt, ob Betteln denn verboten sei, aber ich fand das dann doch eher unpassend. (Nein, ist es übrigens nicht.) Den livrierten Portier eines Sternehotels wollte ich auch nicht behelligen.

Zwischen Debenhams und dem House of Fraser sprach ich mein nächstes Opfer an. Wie man sieht, ist er bekennender Bob-Dylan-Fan und verkauft gebrannte Erdnüsse. Hoffentlich wird er ordentlich dafür bezahlt und nicht mit Peanuts.

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen

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Photos: (c) anglogermantranslations, mit freundlicher Genehmigung/courtesy of Rudkije, John, Ray, Finn, Thomas and Marta. Thank you all, it’s been a pleasure! 🙂

3 Kommentare

Eingeordnet unter England, Fotos, photos

3 Antworten zu “Working in Oxford Street / Die Oxford Street als Arbeitsplatz

  1. Pit

    Hochinteressante und sehr persoenliche Informationen. Oxford Street selber war mir zu voll von Leuten. Auszer als „Durchgangsstrasze“ haben wir sie eigentlich nicht genutzt bei unserem Aufenthalt in London im vergangenen Fruehjahr.
    Liebe Gruesze aus dem suedlichen Texas,
    Pit

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    • Mir auch, Pit. Zu voll, zu laut, zu stressig. So bald sieht mich die Oxford Street auch nicht wieder – vielleicht nie.

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    • Pit

      Ich denke, die Oxford Street wird mich schon einmal wiedersehen, weilqwir unbedingt noch einmal nach London wollen und dann moeglicherweise wieder in demselben Hotel [Morgan Hotel, Bloomsbury Street] wohnen wollen, in dem wir beim letzten Mal waren. Und wenn man da wohnt, ist die Oxford Street kaum zu vermeiden. Aber vielleicht finden wir ja auch ein anderes Hotel, obwohl uns dieses, u.A. wegen der Verkehrsanbindung, sehr gut gefallen hat.

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