Umberto und seine Mafia

Marie-Christine Werner interviewt Dr. Burkhart Kroeber, u. a. Umberto Ecos deutsche Stimme, für den SWR.

„Wie viel Aufwand muss ein Übersetzer betreiben?“
„Warum wird das Übersetzen so schlecht bezahlt?“
 

http://www.ardmediathek.de/swr2/swr2-zeitgenossen?documentId=18519716

6 Kommentare

Eingeordnet unter Übersetzung, Bücher, deutsche Übersetzung

6 Antworten zu “Umberto und seine Mafia

  1. Mit Maschinenübersetzungstools Romantexte übersetzen lassen? Das ist ja wie Fertigessen aus der Mikrowelle. Da kommt nix mehr rüber, ist geschmacklos und nicht gesund. Da kann von dem ausgefeilten Text nicht mehr viel übrig bleiben, weil eine Maschine die Sprache als Instrument nicht wirklich einsetzen kann.

    Also ICH würde das NICHT lesen wollen. Ich lese Romane und Sachbücher immer noch im Buch als über ein E-Book. Man versucht Das E-Book, den Lesern zwar schmackhaft zu machen, es dem Buch ähnlich zu machen und es erobert ja auch den Markt, aber diese Entwicklung interessiert mich nicht die Bohne. Warum das so ist, das weiß ich auch nicht, aber nach wie vor liebe ich noch das Buch aus Papier in Pappe eingebunden. Es steht in meinen Bücherregal und gehört wie meine Familie zu mir. Ab und zu, wenn ich meinen Bücherschrank aufmache, begrüße ich ein geliebtes Buch mit einem Blick und erinnere mich beim Anblick des Bucheinbandes an den unterhaltsamen Inhalt. Der Anblick des Buches stellt ganz schnell wieder ein Verbindung zu dem Inhalt her. In einigen sind sogar ein paar unterstrichene Zeilen, weil ich den Text so schmackhaft fand 😉

    Das könnte für mich niemals ein E-Book bei mir erreichen.

    Dr. Koerber klang im Gespräch mit der Moderatorin sehr erfrischend. Nicht nur dass seine Stimme noch jung klang, sondern auch seine Art. Ich hätte ihm noch länger als 40 Minuten zuhören können und das soll im Zeitalter der SMS und Youtube-Clips was heißen.

    LG Ostseemaus

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    • Nun ja, mit Fertigprodukten aus der Mikrowelle lässt sich zumindest der Hunger stillen, aber ob ein noch so großer Lesehunger so was hier reintreibt? „Es gibt da unten ein gutes Backrecht.“ (Hä? Eigentlich hatte nur jemand nach dem Weg gefragt.) Oder: „Es gibt kein Bedürfnis, eine Klage und solchen zu bemuttern.“ Der tiefere Sinn entschließt sich mir nicht, ich bin auch nicht neugierig genug, mir das englische Original herauszusuchen. Jedenfalls bleibt bei der Lektüre der deutschen *Übelsetzung* der Leseprobe kein Auge trocken:

      http://www.amazon.de/Geschichten-nicht-sollten-schlafen-ebook/dp/B006UW0ZJS/ref=cm_cr_pr_product_top/279-8271577-6655323#reader_B006UW0ZJS

      Es hagelt wütende deutsche Leserrezensionen. Wahrscheinlich übersetzt sich der arme Autor die alle mit dem Google Translator und kratzt sich verwirrt am Kopf. So ein undankbares Publikum aber auch!

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    • Wenn ich mir nur ein oder 2 Sätze übersetzen lasse – Google – dann ist das für mich fast unlesbar. Der Satzbau, der Wortlaut..da erkenne ich manchmal nur die Grundaussage und das war es dann auch schon. Bei einem Sachtext mag es ja noch funktionieren, aber wenn es um Stimmungen geht, die im einem Roman erzeugt werden sollen, dann wäre ich ganz schnell missgestimmt 😉
      Da gibt der Autor sich solche Mühe bei seinem Roman (Recherchen inclusive) und dann schiebt er den Text durch ein unbrauchbares Instrumentarium für die Übersetzung.

      Das ist so, als würde ich mühevoll die Honigbienen hegen und pflegen, den Honig per Hand schleudern und den Honig dann auf den Herd stellen und ihn erhitzen, bis er flüssig ist und bleibt. Aber das geschieht nur, wenn er über 38 ° erhitzt wird und dabei werden die Inhaltsstoffe, um die es beim Honig eigendlich geht,, zerstört. Aus dem Honig ist nur noch eine nutzlose süße Brühe geworden ;-)).

      Ich kaufe mir weder den dünnen Honig, es sei denn, er ist frisch geschleudert noch ein E-Book mit automatischer Übersetzung – schade um die Zeit 😉

      LG Ostseemaus

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    • Deine Honigmetapher ist ja hübsch, bienenfleißige Blogseemaus! 🙂 Handgeschleudert und dann zum Nulltarif verschleudert. Der gute Autor hat aber noch eins draufgesetzt. Er fordert ja die geneigten Leser auf, bei Nichtgefallen doch flugs eine eigene Übersetzung anzufertigen. Ist das nicht toll? Man darf das mit seiner ausdrücklichen Genehmigung und spart sich sogar Lizenzgebühren für die Übersetzungsrechte. Lustig fand ich, dass der Butler in der Leseprobe ein Tablett mit zwei Brillen brachte. Eine Brille trank der Protagonist dann aus, hihi. Geradezu brillant. 🙂

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  2. Ich höre mir im Hintergrund den Beitrag an, den du hier verlinkt hast. Interessant … weil man als Leser sich kaum Gedanken über den Übersetzer macht … also als Leser-Otto-Normal-Verbraucher. Echte Leseratten suchen ja auch nach dem Übersetzer und erwähnen ihn mit derselben Ehrfurcht wie den Autor selbst.

    Interessant die Feinarbeit, die auch ein Übersetzer mit einsetzen muss, damit die Spannung bzw. die Stimmung des Romans erhalten bleibt und auch für unsere deutschen Gemüter empfänglich ist.

    Hab auch die lange Liste der Bücher gesehen, die du übersetzt hast. Ich sinke gleich vor Ehrfurcht auf die Knie 😉 .

    „Der Name der Rose“ – Dr. Kroeber erzählt ganz locker darüber. Für den Film hatte ich zu schwache Nerven dafür. Gelesen habe ich den Roman nicht … weil auch zu schwache Nerven für die Grausamkeiten des Mittelalters.

    Ich wünsche dir noch schöne Pfingsten 😉

    LG Ostseemaus

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    • Lieber flotterblogger, danke für die guten Wünsche, die ich gern erwidere. 🙂

      Freut mich sehr, dass das Interview Dein Interesse weckt. Burkhart war auch mal Vorsitzender unseres Übersetzerverbands und wurde nicht zuletzt deshalb (aber natürlich auch wegen seiner prominenten Autoren und weil er mehrere renommierte Übersetzerpreise gewonnen hat) oft um Stellungnahmen und Interviews gebeten. Daher schwirren noch viele Zeitungsartikel und andere Beiträge von ihm und über ihn im Netz herum.

      Es gibt tatsächlich Autoren ohne jede Fremdsprachenkenntnisse, die ihren Lesern in aller Welt selbst „Übersetzungen“ anbieten. Dazu verlinken sie ihre Texte in Auszügen oder komplett mit kostenlosen Online-Maschinenübersetzungstools. Das reinste Pfingstwunder! :-)))))

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