Hat hunderttausend Eurocent in einer Nacht verjuckt, juckt, juckt …

Gestern wurde ich im Supermarkt der Falschmünzerei verdächtigt. Die Kassiererin weigerte sich, ein Zweicentstück zu akzeptieren. Im ersten Moment dachte ich, mir sei versehentlich ein Zweipfennigstück unter die Kupfermünzen geraten, aber nein, da stand zweifellos „2 Cent“. Auf der Rückseite prangte allerdings das Konterfei eines mir bislang unbekannten Potentaten. Den Namen des Landes konnte ich auch nicht entziffern, er war zu klein. Zu Hause und bei Licht betrachtet, entpuppte es sich als eine Luxemburger Münze. Ob mir aber die Kassiererin das abgenommen hätte? Wer weiß denn schon, dass die Luxemburger ihr Großherzogtum Lëtzebuerg nennen? Ich bin zwar schon mal über den Begriff gestolpert, hätte ihn aber nicht auf einem europaweiten Zahlungsmittel vermutet. Benelux müsste dann ja auch Benelëtz heißen?

Inzwischen habe ich erfahren, dass Luxemburger Münzen mehr Sammler- als Nennwert haben, weil sie doch „relativ selten“ sind. Ha! Das wird jetzt aber der Grundstock für meine Sammlung. Mein Senf, äh, nein, my two cents …

Zweicentstück, Luxemburg

Foto: © anglogermantranslations. Alle Rechte vorbehalten.

Und wer hat nun die 100 000 Eurocent in einer Nacht verjuckt, juckt, juckt? Keiner! Das waren doch Taler. Und es war auch nicht der Erzherzog, der obiges Kupferstück ziert und sich selbst mit dem klangvollen Namen bzw. den Titeln Groussherzog vu Lëtzebuerg, Herzog vun Nassau, Grof vu Sayn, Königstein, Katzenelnbogen an Diez, Buerggrof vun Hammerstein, Här vu Mahlberg, Wiesbaden, Idstein, Merenberg, Limburg an Eppstein* schmückt, sondern der Graf. Aber das ist eine andere Geschichte.

* zitiert nach der Wikipedia

Ein fränkischer Freiherr von und zu G. kann da nicht mithalten. Apropos „von“. Mir fällt auf, dass es laut Wikipediazitat anscheinend manchmal „vu“ und dann wieder „vun“ im Lëtzebuerg-Idiom heißt. Schreibfehler oder grammatische Regel?

4 Kommentare

Eingeordnet unter Ditt un dat, Foto, Lied

4 Antworten zu “Hat hunderttausend Eurocent in einer Nacht verjuckt, juckt, juckt …

  1. Weiß doch jeder! Fahr mal hin. Ist schön da (aber teuer) …

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    • Was weiß jeder? Wie dieser Typ aussieht oder was? Oder wie das Riesenreich von den Untertanen genannt wird? Das dürfte Supermarktkassiererinnen in der Freien und Hansestadt ebenso brennend interessieren wie der Sack Reis, der in China umfällt.
      Ich war da schon mal als Studentin und habe sogar eine Nacht in der Jugendherberge verbracht. Damals gab es aber noch keine Eurowährung und einen anderen Großherzog, dessen Konterfei ich ebenfalls nicht erkennen würde. Die Regenbogenpresse habe ich nämlich noch nie gelesen, nicht mal im Wartezimmer. Als ich Julie Burchills Diana-Biographie mitübersetzte, war das Recherchieren für mich eine echte Qual. Royalties interessieren mich nur, wenn das für mich klingende Münze (auch gern ohne gekröntes Haupt) bedeutet.

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  2. Fiona

    Glück im Unglück!

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