Toxi und die Sternsinger

Beim Aufräumen im Keller habe ich meine N…, nein das darf ich heute nicht mehr ungestraft schreiben. Meine schwarze Puppe habe ich also wiedergefunden. Aber auch diese Ausdrucksweise ist nicht unproblematisch. Es ist schon ein Elend, wie leicht man in einen falschen Verdacht gerät. ÜbersetzerInnen müssen sich unaufhörlich damit auseinandersetzen, denn die Sprachregelung ändert sich alle paar Jahre. Klassiker wie Tom Sawyer und Pippi Langstrumpf mussten schon umgeschrieben werden. Auch die Wortwahl im Wikipedia-Eintrag zum Film Toxi findet sicher scharfe Kritiker – es ist und bleibt eben schwierig. Aber zurück zu meiner Puppe, die mir meine Tante zu Weihnachten schenkte. Sie schlug mir Toxi als Namen vor, nach einem „schönen Film“, den sie gesehen hatte. Und dann kam dieser Film – nicht mehr ganz neu – doch tatsächlich auch in die Stadt, die gar nicht existiert, und ich musste ihn unbedingt sehen. Der Kinosaal war bis auf den letzten Platz besetzt – zu einem großen Teil von lauter kleinen Toxis! Das war schon verwunderlich, denn die Puddingstadt lag in der ehemals britischen Zone, kein GI weit und breit, nur hellhäutige Tommys aus der Rheinarmee. Die Mädchen mussten also von weither angereist sein, um diese Wiederholung zu sehen. Oben also die rührende Schlussszene mit dem Happyend  – unterlegt mit Musik von Michael Jary – , in der sich Toxi als König aus dem Morgenland extra weiß gemacht hat.

–> Mehr Hintergrundinformationen zum Film und der Hauptdarstellerin Elfie Fiegert

6 Kommentare

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6 Antworten zu “Toxi und die Sternsinger

  1. Pingback: Anglomanie in der Filmmusik – ein Irrtum? | Übersetzen und Literatur, doch nicht nur

  2. Sarah

    Ich hatte gestern eine schwarz angemalte Königin zu Besuch. Schwierig ist wohl nicht überall gleich schwierig …

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  3. Unglaublich auch zu lesen, wie und in welcher Wortwahl zu dieser Zeit das Thema im Bundestag diskutiert wurde:

    „Eine besondere Gruppe unter den Besatzungskindern bilden die 3093 Negermischlinge, die ein menschliches und rassisches Problem besonderer Art darstellen. … Die verantwortlichen Stellen der freien und behördlichen Jugendpflege haben sich schon seit Jahren Gedanken über das Schicksal dieser Mischlingskinder gemacht, denen schon allein die klimatischen Bedingungen in unserem Land nicht gemäß sind. Man hat erwogen, ob es nicht besser für sie sei, wenn man sie in das Heimatland ihrer Väter verbrächte. …“ (Luise Rehling, CDU; Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Brown_Babies)

    Klimatische Bedingungen, ja ja. Weia.

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