Secondo piatto, prestissimo

Heute wurden mir Zucchini nachgeworfen – ich konnte mich zum Glück gerade noch ducken. It was an offer I couldn’t refuse, zumal ich gerade auf der Suche nach einer schmackhaften Grünanlage war, nein Unsinn, nach einer schmückenden grünen Beilage für mein Alaska-Seelachsfilet, selbst gefangen in den Weiten meines Gefrierschranks. Während ich den aufgetauten, gesäuerten, koriandergewürzten und in Vollkornmehl gewendeten Fisch sanft in wenig Olivenöl und mageren Schinkenwürfeln briet, erhitzte ich in einer zweiten beschichteten Pfanne ebenfalls ein wenig Olivenöl, gab winzige Zwiebelwürfelchen hinein und ließ einen in hauchdünne Scheibchen gehobelten mittelgroßen Zucchino folgen – nicht in Salamitaktik scheibchenweise, sondern in einem Rutsch. Binnen [sprich innert] weniger Minuten waren Fisch und Courgette (variatio delectat) servierfertig, letztere wurde noch mit Kräutern der Provence und Kräutersalz abgeschmeckt. Zeit für ein Foto blieb nicht mehr,  aber wie Tiefkühlfische und Zucchini im Original aussehen, weiß doch inzwischen jedes Kind? Ich begegnete dem Zucchino zum ersten Mal im Tessin (ist schon eine ganze Weile her), allerdings unter dem Namen Zucchetto. Damals fand ich ihn völlig ungenießbar. In deutschen Küchen landete er erst viel später – als Courgette, wie er in England auch heute noch heißt. Auch Peperoni (bell peppers) wurden im Tessin damals häufiger aufgetischt, die hierzulande geraume Zeit danach als Paprikaschoten populär wurden. Was wir heute Peperoni oder auch Pfefferonen usw. nennen, sind bekanntlich eigentlich Peperoncini. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht. Sprache(n) wurde(n) erfunden, um die Leute zu verwirren. Sehr verwirrt sind auch diese Kinder hier. Kaum zu glauben … Dazu passt jetzt natürlich sehr schön dieses Cover,

Autor: Colin Spencer Quelle: Amazon

selbst wenn das Rezept gerade ad hoc erfunden wurde und nicht diesem Buch entnommen ist. Hat nicht jemand Lust, dieses wunderschön bebilderte Buch neu aufzulegen? Die Rechte sind an mich zurückgefallen, da der Dumont Verlag die Reihe nicht weiterführt.

4 Kommentare

Eingeordnet unter Rezepte

4 Antworten zu “Secondo piatto, prestissimo

  1. Immer wieder schön, diese sprachphilosophischen Wirren.

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    • Ja, analog zum Spruch von der gemeinsamen Sprache, die das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten trennt, könnte man Österreich/Schweiz/Deutschland ein babylonisches Bermudadreieck nennen. Vielleicht sollte man auch noch Liechtenstein und Luxemburg einbeziehen, aber dann wirds ein Pentagon, und das können wir doch nicht wollen.

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  2. Ach was, hochrangige Geistliche tragen einen Zuckerhut? Nicht zu verwechseln mit dem Pfaffenkäppchen?

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  3. Nun bin ich komplett verwirrt. Schluss mit Schoggistengeli, bis wieder Klarheit herrscht. Ist ein Zucchetto nicht das Käppchen (Kalotte, Pileolus) hoher geistlicher Würdenträger ? Zucchino (pl. Zucchini) das Dir nachgeworfene Gemüse. Zuccotto ein passendes Dessert zu deinem Lachs. Zucca ein Kürbis. Zucc der Zuckerspender von Al-essi.

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