Aus und vorbei

Der schottische Nationalfeiertag war gestern. Jetzt darf der heilige Andreas wieder 364 Tage in der Versenkung verschwinden. Nur die blau-weiße (weiß-blaue?) Flagge mit seinem Kreuz flattert ganzjährig lustig im Wind. Aber der nächste schottische Feiertag steht ja schon fast vor der Tür: Hogmanay, das schottische Fest am letzten Tag des Jahres, gefolgt vom Burns Supper am 25. Januar. Wie Stephen Fry in diesem Clip

ganz richtig bemerkt, konzentrieren sich die schottischen Festivitäten,  St Andrew’s Day, Hogmanay, Burns Night, alle „auf einen Zipfel des Jahres“ – und dann kommt gar nichts mehr. 😦

Weil darin schon mal die Rede von Schottland ist, dürfen sarkastische hämische süffisante Bemerkungen über den Haggis natürlich auch nicht fehlen. Denn wer sich am Haggis labt, braucht für den Spott nicht zu sorgen. (Obwohl ich dieses gewöhnungsbedürftige Gericht diese kulinarische Glanzleistung ja eher für eine Geheimwaffe halte, mit der man die Sassanachs und andere Nichtkelten erschrecken und in die Flucht schlagen kann …)

Von einer (rück)übersetzerischen Glanzleistung berichtet eingangs Fred MacAulay, nachdem er die Hymne an den Haggis [Address to the Haggis], in seinem allerschönsten Sonntagnachmittagsausgehschottisch vorgetragen hat.

The Address to the Haggis (1786)
Fair fa’ your honest, sonsie face,
Great Chieftain o’ the Puddin-race!
Aboon them a’ ye tak your place,
Painch, tripe, or thaim:
Weel are ye wordy of a grace
As lang’s my arm.
The groaning trencher there ye fill,
Your hurdies like a distant hill,
our pin wad help to mend a mill
In time o’ need,
While thro’ your pores the dews distil
Like amber bead.
His knife see Rustic-labour dight,
An’ cut you up wi’ ready slight,
Trenching your gushing entrails bright
Like onie ditch;
And then, O what a glorious sight,
Warm-reekin’, rich!
Then, horn for horn they stretch an’ strive,
Deil tak the hindmost, on they drive,
Till a’ their weel-swalled kytes belyve
Are bent like drums;
Then auld Guidman, maist like to rive,
Bethankit hums.
Is there that owre his French ragout
Or olio that wad staw a sow,
Or fricassee wad mak her spew
Wi’ perfect sconner,
Looks down wi’ sneering, scornfu‘ view
On sic a dinner?
Poor devil! See him owre his trash,
As feckless as a withered rash,
His spindle shank a guid whip-lash,
His nieve a nit;
Thro’ bluidy flood or field to dash,
O how unfit!
But mark the rustic, haggis-fed,
The trembling earth resounds his tread,
Clap in his walie nieve a blade,
He’ll mak it whissle;
An’ legs, an’ arms, an‘ heads will sned,
Like taps o’ thrissle.
Ye powers wha mak mankind your care,
And dish them out their bill o’ fare,
Auld Scotland wants nae skinking ware
That jaups in luggies;
But, if ye wish her gratefu’ prayer,
Gie her a Haggis!

Quelle: Wikipedia

Offenbar wurde dieses hinreißende Poem mal ins Deutsche und dann ins Schottische rückübersetzt. Dabei mutierte dann der „Great Chieftain o‘ the Puddin-Race“ aus der zweiten Zeile in der Rückübersetzung aus dem Deutschen  zu „The mighty Führer of the Sausage People“.  🙂

Vgl. auch Halali bzw. ballyhooooo….! und Pellkartoffeln mit Hering

3 Kommentare

Eingeordnet unter Ditt un dat, Gedichte, Genial gelöst!

3 Antworten zu “Aus und vorbei

  1. Ich glaube, so schön können nur Leute vom Essen sprechen, die den Hunger kennen.

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  2. Pingback: Pellkartoffeln und Hering | Übersetzen und Literatur, doch nicht nur

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